Entdecke das Maestrat (Teil 9) Feste und Traditionen – wenn ein Dorf zusammenkommt

Ein Jahr zwischen Bergen und Mittelmeer, Feuer, Wallfahrten und gelebten Traditionen

Im Maestrat hatte das Jahr schon immer seinen eigenen Rhythmus.

Der Winter brachte Sant Antoni und das Feuer. Nach Ostern begann die Zeit der Wallfahrten. Im Sommer kehrten Familien in ihre Dörfer zurĂŒck, und im Herbst traf man sich auf den traditionellen Firas und Ferias.

Der Kalender wurde nicht nur in Monaten gemessen, sondern auch in Heiligentagen, Festen, Pilgerwegen und MĂ€rkten.

Das gilt besonders fĂŒr eine Region, in der das Leben ĂŒber Jahrhunderte eng mit Landwirtschaft und Viehzucht verbunden war und in der Religion tief im Alltag der Menschen verwurzelt ist.

Doch das Maestrat besteht nicht nur aus Bergen.

Nur wenige Kilometer weiter beginnt das Mittelmeer – und mit ihm eine andere Landschaft, andere landwirtschaftliche Produkte und teilweise auch andere Traditionen.

So kann man im Januar im Landesinneren vor dem Feuer einer SantantonĂ  stehen und wenig spĂ€ter an der KĂŒste die Artischockenernte feiern.

Vieles hat sich verÀndert.

Erstaunlich viele dieser Traditionen sind geblieben.

Begleiten wir das Maestrat also einmal durch ein ganzes Jahr.

Januar – Sant Antoni, Feuer und Santantonades

Das Jahr beginnt in den Bergen mitten im Winter.

Rund um den 17. Januar, den Gedenktag des heiligen Antonius, werden in zahlreichen Orten des Maestrat, Els Ports und des historischen Maestrazgo die traditionellen Santantonades gefeiert.

Im Mittelpunkt steht das Feuer.

Doch wer darunter lediglich ein großes Lagerfeuer versteht, verpasst den eigentlichen Charakter dieser Tradition.

Eines ihrer eindrucksvollsten Beispiele findet man in Forcall.

Forcall – wenn Sant Antoni ein ganzes Dorf beschĂ€ftigt

In Forcall ist Sant Antoni nicht einfach ein Festabend.

Die Feier erstreckt sich ĂŒber mehrere Tage, und bereits die Vorbereitungen gehören zum Ereignis.

Der spektakulÀrste Moment ist die Santantonà selbst.

Traditionelle Figuren ziehen durch die Straßen. Sant Antoni und Sant Pau, die Botargues und weitere Gestalten werden Teil eines Rituals, dessen Mittelpunkt schließlich die große Barraca auf der Plaça Major ist.

Dann kommt das Feuer.

Rauch, Glocken, Musik, traditionelle Figuren und eine ganze Menschenmenge schaffen eine Szenerie, die sich nur schwer mit dem nĂŒchternen Wort „Dorffest“ beschreiben lĂ€sst.

Ich habe die SantantonĂ  von Forcall selbst erlebt. Und vielleicht versteht man gerade dann, warum solche Traditionen ĂŒberleben: Man schaut nicht einfach einer Veranstaltung zu. FĂŒr einige Stunden scheint das ganze Dorf Teil davon zu sein.

Am folgenden Tag zeigt Sant Antoni eine andere Seite.

Religion, die Segnung der Tiere und BrÀuche, die an die landwirtschaftliche Vergangenheit erinnern, treten wieder stÀrker in den Vordergrund.

Denn Sant Antoni Abat gilt traditionell als Schutzheiliger der Tiere.

In einer Bergregion, deren Alltag ĂŒber Jahrhunderte von Viehzucht, Landwirtschaft und verstreuten MasĂ­as geprĂ€gt war, war diese Verbindung unmittelbar verstĂ€ndlich.

Forcall ist eines der bekanntesten Beispiele. Doch auch in La Mata de Morella und anderen Orten in Els Ports haben sich eigene Sant-Antoni-Traditionen erhalten.

Religion, Feuer, Tiere, Landwirtschaft und Dorfgemeinschaft begegnen sich hier auf eine Weise, die kaum voneinander zu trennen ist.

Januar am Mittelmeer – Benicarló feiert seine Artischocke

WĂ€hrend in den Bergen die Feuer des Sant Antoni brennen, wird nur wenige Kilometer entfernt ein vollkommen anderes Produkt zum Mittelpunkt des gesellschaftlichen Lebens.

In Benicarló gehört der Winter der Artischocke.

Die Festa de la Carxofa ist weit mehr als ein gastronomisches Ereignis. Sie feiert ein Produkt, das unmittelbar mit den Feldern und der landwirtschaftlichen IdentitÀt des Baix Maestrat verbunden ist.

Produzenten, Restaurants und Einwohner machen aus der Artischockensaison ein gemeinsames Fest.

Und genau deshalb passt die Carxofa so gut in unsere Reise durch die Traditionen des Maestrat.

Hier wird nicht irgendeine kulinarische SpezialitÀt gefeiert.

Hier feiert ein Ort eines seiner eigenen Produkte.

Kaum könnte man die Vielfalt des Maestrat schöner zeigen:

Im Landesinneren Feuer, Tiere und Sant Antoni.

Am Mittelmeer Felder, Landwirtschaft und Artischocken.

Und beides gehört zum selben Territorium.

Karneval Vinaros

Februar – Carnaval am Mittelmeer

Mit dem Februar wird es lauter und farbenfroher.

Besonders bekannt ist der Carnaval de VinarĂČs, der mit seinen Comparsas, KostĂŒmen, Musik und UmzĂŒgen jedes Jahr fĂŒr einige Tage die Stadt verĂ€ndert.

Doch nur wenige Wochen spĂ€ter zeigt VinarĂČs ein vollkommen anderes Gesicht.

Darauf kommen wir gleich zurĂŒck.

Fallas

MĂ€rz – Fallas in BenicarlĂł

Feuer hatten wir bereits im Januar.

Doch im MĂ€rz kehrt es zurĂŒck.

Diesmal in einer ganz anderen Form.

Wer bei den Fallas ausschließlich an Valencia denkt, wird vielleicht ĂŒberrascht sein, wie stark diese Tradition auch in BenicarlĂł verwurzelt ist.

Ninots, Fallas-Monumente, Musik, Feuerwerk, mascletĂ s und schließlich die CremĂ  verĂ€ndern fĂŒr einige Tage das Stadtbild.

Wieder begegnen wir dem Feuer.

Aber das winterliche Feuer von Sant Antoni und das Feuer der Fallas erzÀhlen zwei vollkommen unterschiedliche Geschichten.

Und genau solche GegensÀtze machen den kulturellen Reichtum des Maestrat aus.

Wenn der FrĂŒhling kommt – L’Onso de La Mata

Wenn der Winter langsam verschwindet, fĂŒhrt unsere Reise zurĂŒck in die Berge.

Nach La Mata de Morella.

Dort wird mit dem FrĂŒhlingsbeginn eine der ungewöhnlicheren Traditionen der Region gefeiert: die Festa de l’Onso.

L’Onso bedeutet „der BĂ€r“.

Die Feier gehört zu jenen alten BrĂ€uchen, die sich nicht so einfach in die ĂŒblichen Kategorien aus Prozession, Patronatsfest oder moderner Veranstaltung einordnen lassen.

Vielleicht ist gerade das ein Teil ihres Reizes.

In einer Region, in der Religion den Jahreskalender stark geprĂ€gt hat, erinnert l’Onso daran, dass nicht alle ĂŒberlieferten BrĂ€uche ausschließlich aus der christlichen Tradition heraus zu erklĂ€ren sind.

Manche haben sich ĂŒber Generationen verĂ€ndert, verschiedene Elemente aufgenommen und vor allem deshalb ĂŒberlebt, weil ein Dorf beschlossen hat, sie weiterhin zu feiern.

Ostern – wenn es plötzlich stiller wird

Mit der Karwoche verÀndert sich die AtmosphÀre.

In vielen Orten des Maestrat gehören religiöse Feiern, Gottesdienste und Prozessionen zu den Ostertagen.

Besonders eindrucksvoll lĂ€sst sich dieser Kontrast in VinarĂČs erleben.

Nur wenige Wochen nach dem farbenfrohen und ausgelassenen Carnaval prĂ€gen nun die feierlichen Prozessionen der Semana Santa die Straßen.

Dass ein und derselbe Ort innerhalb weniger Wochen zwei so unterschiedliche Formen gemeinschaftlicher Tradition leben kann, erzĂ€hlt vielleicht mehr ĂŒber diese Region als eine lange Liste einzelner Veranstaltungen.

Doch Ostern findet nicht nur auf den Straßen und in den Kirchen statt.

Es findet auch in der KĂŒche statt.

Der Frito – eine KĂŒche aus einer anderen Zeit

In einigen Orten und Familien der Region gehört zu dieser Jahreszeit der traditionelle Frito.

Fleisch – hĂ€ufig Schweinerippchen und mageres Schweinefleisch – wurde gesalzen, gebraten und anschließend mehrere Wochen unter Olivenöl konserviert. Auch Kaninchen eignet sich hervorragend dafĂŒr.

Zu Ostern wurde das Fleisch erneut gebraten und beispielsweise mit Ei gegessen.

Heute erscheint uns das vielleicht lediglich wie ein traditionelles Gericht.

FrĂŒher war es vor allem eine praktische Methode der Konservierung in einer Zeit ohne KĂŒhlschrank.

Und plötzlich erzĂ€hlt ein einfaches Essen eine ganze Geschichte ĂŒber das Leben vergangener Generationen.

FrĂŒhling – die Wege werden wieder zu Pilgerwegen

Nach Ostern beginnt eine besondere Zeit im Maestrat.

Die Landschaft wird grĂŒner, die Temperaturen steigen – und auf alten Wegen sind wieder Menschen unterwegs.

Nicht als Wanderer.

Sondern als Pilger.

In Xert fĂŒhrt die traditionelle Wallfahrt beispielsweise nach Sant Marc de la Barcella.

Von Culla fĂŒhrt eine Wallfahrt nach Sant Joan de Penyagolosa.

Und von CatĂ­ beginnt jedes Jahr ein Weg, zu dem ich eine ganz besondere Beziehung habe.

Catí – zu Fuß nach Sant Pere de Castellfort

Seit ungefÀhr elf Jahren nehme ich an der traditionellen Wallfahrt von Catí nach Sant Pere de Castellfort teil.

Zwei Tage unterwegs.

Zu Fuß.

Über Wege, die Generationen vor uns bereits gegangen sind.

Auf dem RĂŒckweg fĂŒhrt die Wallfahrt auch ĂŒber Ares del Maestrat.

Wer nur die Kilometer betrachtet, versteht allerdings kaum, was eine solche Wallfahrt bedeutet.

Es geht nicht darum, möglichst schnell irgendwo anzukommen.

Menschen gehen gemeinsam. Man redet, schweigt, isst, macht Pausen und erlebt einen Rhythmus, der sich vollkommen von einer normalen Wanderung unterscheidet.

Nach so vielen Jahren kenne ich viele Abschnitte des Weges, seine Pausen und seinen Rhythmus.

Und trotzdem fĂŒhlt sich die Wallfahrt jedes Jahr ein wenig anders an.

Im vorherigen Teil unserer Serie haben wir alte Wege als Wanderwege kennengelernt.

Im FrĂŒhling bekommen einige von ihnen ihre ursprĂŒngliche Bedeutung zurĂŒck.

Dann wird aus dem Wanderweg wieder ein Pilgerweg.

Els Pelegrins de Les Useres

Eine der bekanntesten Pilgertraditionen der Region sind die Pelegrins de Les Useres.

Ihr Weg fĂŒhrt nach Sant Joan de Penyagolosa.

Diese Tradition sollte man jedoch nicht mit einer organisierten Wanderveranstaltung verwechseln.

Sie folgt einem eigenen, streng ĂŒberlieferten religiösen Ritual.

Gerade solche Wallfahrten zeigen, wie eng Landschaft und Glaube im Maestrat miteinander verbunden sind.

Die Berge sind dabei nicht einfach Kulisse.

Sie sind Teil der Tradition.

Juni – Sant Joan: das Feuer kehrt zurĂŒck

Ein halbes Jahr nach Sant Antoni kehrt das Feuer zurĂŒck.

Doch diesmal stehen wir nicht in einem winterlichen Bergdorf.

Wir stehen am Mittelmeer.

In der Nacht vom 23. auf den 24. Juni wird Sant Joan gefeiert. Besonders an der KĂŒste gehören Sommernacht, Meer und Feuer zusammen.

Auch in VinarĂČs und anderen Orten des Baix Maestrat treffen sich Menschen, um diese besondere Nacht zu feiern.

Es ist ein vollkommen anderes Feuer als jenes der Santantonades.

Das eine brennt mitten im Winter in den Bergen.

Das andere begrĂŒĂŸt den Sommer am Mittelmeer.

Und doch markieren beide auf ihre Weise einen Moment im Jahreslauf.

Fiesta San Fermin

Sommer – wenn die Dörfer wieder voll werden

Dann kommt der August.

Und mit ihm verÀndert sich das Leben in vielen Dörfern vollkommen.

Wer einen kleinen Ort des Maestrat im Februar besucht und im August zurĂŒckkehrt, könnte glauben, an zwei verschiedenen Orten zu sein.

Besonders rund um MariÀ Himmelfahrt am 15. August und Sant Roc am 16. August finden vielerorts Patronats- und Dorffeste statt.

Dann öffnen sich HĂ€user, die einen großen Teil des Jahres geschlossen bleiben.

Menschen, die heute in CastellĂłn, Valencia, Barcelona oder noch weiter entfernt leben, kommen zurĂŒck.

Kinder und Enkel verbringen einige Wochen im Dorf.

Alte Freunde treffen sich.

Familien kommen zusammen.

Und plötzlich sind die Straßen wieder voll

Prozessionen, Essen, Verbenas und Bous

Religion gehört weiterhin dazu.

Aber ein Patronatsfest besteht natĂŒrlich nicht nur aus Prozessionen.

Gemeinsame Essen, Musik, Orchester, Tanz und lange Verbenas bestimmen die SommernÀchte.

In vielen Orten gehören auch die traditionellen Bous zum Festprogramm.

FĂŒr Leser außerhalb Spaniens ist dabei eine Unterscheidung wichtig: Diese lokalen Veranstaltungen sind nicht mit einer klassischen Corrida gleichzusetzen. Die Tiere werden bei diesen Dorffesten nicht wie beim traditionellen Stierkampf in einer Arena getötet.

UnabhÀngig davon, wie man persönlich zu dieser Tradition steht, gehört sie bis heute zum Festkalender zahlreicher Orte.

Doch vielleicht findet der wichtigste Teil der Sommerfeste ohnehin außerhalb des offiziellen Programms statt.

Menschen kommen zurĂŒck.

FĂŒr einige Tage wird das Dorf wieder zum gemeinsamen Mittelpunkt einer Gemeinschaft, die lĂ€ngst ĂŒber StĂ€dte, Regionen und LĂ€nder verstreut lebt.

Ein kurzer Abstecher nach Peñíscola

Auch an der KĂŒste gehen die Feste weiter.

In Peñíscola gehören im September die Moros i Cristians mit ihren UmzĂŒgen, historischen KostĂŒmen und ihrer Musik zum traditionellen Festkalender.

Zwischen befestigter Altstadt und Mittelmeer zeigt sich hier noch einmal eine ganz andere Seite des Baix Maestrat.

Und damit verlassen wir die KĂŒste wieder und kehren zurĂŒck ins Landesinnere.

Herbst – die Zeit der Ferias

Nach den langen SommernÀchten wird es ruhiger.

Die Tage werden kĂŒrzer, die Temperaturen sinken – und eine andere Form des Zusammenkommens beginnt.

Der Herbst ist traditionell die Zeit der Firas und Ferias.

In Morella, Ares del Maestrat, Monroyo, La Jana, Sant Rafel del Riu oder Cantavieja haben sich bis heute traditionelle MĂ€rkte und Messen erhalten.

Heute geht man dorthin wegen regionaler Produkte, Gastronomie, Tieren, Handwerk oder einfach wegen der AtmosphÀre.

Historisch hatten diese Tage eine wesentlich wichtigere Funktion.

In einer dĂŒnn besiedelten Bergregion waren sie Handelsplatz und gesellschaftlicher Treffpunkt zugleich.

Menschen aus verschiedenen Dörfern und Masías kamen zusammen. Tiere und landwirtschaftliche Produkte wechselten den Besitzer, Waren wurden gekauft und verkauft, Kontakte gepflegt und Neuigkeiten ausgetauscht.

Eine Feria war nicht einfach ein Termin im Veranstaltungskalender.

Sie war Teil der wirtschaftlichen und sozialen Infrastruktur des lÀndlichen Lebens.

Und vermutlich wusste man nach einem solchen Tag auch ziemlich genau, was in den umliegenden Dörfern passiert war.

Manche Dinge Ă€ndern sich schließlich weniger, als wir glauben.

Weihnachten – Familie und ein Dorf voller Quintos

Nach dem Herbst schließt sich langsam der Kreis.

Weihnachten wird im Maestrat vor allem in der Familie gefeiert.

Viele Menschen, die außerhalb ihrer Heimatorte leben, kehren erneut zurĂŒck.

In Xert gibt es am 25. Dezember jedoch noch eine ganz besondere Tradition:

die Festa dels Quintos.

Die Quintos von Xert

Der Begriff Quintos stammt aus der Zeit des verpflichtenden MilitÀrdienstes und bezeichnete die jungen MÀnner eines Jahrgangs, die zur Musterung beziehungsweise zum MilitÀr eingezogen wurden.

Der MilitÀrdienst ist lÀngst verschwunden.

Die Tradition hat ihn ĂŒberlebt.

Am Weihnachtsmorgen machen die Quintos des jeweiligen Jahrgangs ihre „vuelta“ durch Xert.

Sie ziehen durch den Ort, und die Einwohner geben ihnen Geld.

Mit diesen BeitrĂ€gen finanzieren die Quintos anschließend einen großen Teil des Festes.

Und das ist vielleicht das Schönste daran:

Sie organisieren es nicht nur fĂŒr sich selbst, sondern fĂŒr das ganze Dorf.

Dazu gehören ein vino de honor und spÀter Musik und Orchester.

Aus einem Brauch, dessen ursprĂŒnglicher Anlass verschwunden ist, wurde so etwas Neues, ohne dass die Tradition ihre Verbindung zum Dorf verloren hat.

Tradition ist kein Museum

Vielleicht erzĂ€hlen die Quintos von Xert deshalb mehr ĂŒber Tradition, als man auf den ersten Blick vermuten wĂŒrde.

Tradition bedeutet nicht, dass alles genauso bleiben muss wie vor hundert Jahren.

Die Gesellschaft verÀndert sich.

Menschen ziehen weg.

Landwirtschaft und Viehzucht verÀndern sich.

Der MilitÀrdienst verschwindet.

Manche BrĂ€uche gehen verloren, andere verĂ€ndern sich – und einige finden einen neuen Grund, weiterzuleben.

Und trotzdem brennt im Januar das Feuer von Sant Antoni.

Im FrĂŒhling fĂŒhren die alten Wege wieder zu den Einsiedeleien.

Im Juni brennen Feuer am Mittelmeer.

Im August öffnen sich die HÀuser der Dörfer.

Im Herbst trifft man sich auf den Ferias.

Und am Weihnachtsmorgen ziehen in Xert wieder die Quintos durch die Straßen.

So schließt sich der Kreis.

Das Jahr begann mit Sant Antoni und dem Feuer. Es fĂŒhrte uns ĂŒber die Wallfahrten des FrĂŒhlings, durch die langen FestnĂ€chte des Sommers und zu den Ferias des Herbstes.

Und am Ende landen wir wieder dort, wo all diese Traditionen ihren eigentlichen Sinn bekommen:

bei den Menschen, die zusammenkommen.

Vielleicht sind es deshalb nicht die einzelnen Feste, die am meisten ĂŒber das Maestrat erzĂ€hlen.

Sondern die Tatsache, dass ein Dorf – wenigstens fĂŒr einen Tag – wieder vollstĂ€ndig zusammenfindet.

Deli Maestrat – El sabor de una tierra autĂ©ntica

Denn der Geschmack einer Region entsteht nicht nur aus ihren Produkten.

Er entsteht aus ihrer Landschaft, ihrer Geschichte und ihren Menschen.

Und aus den Traditionen, die sie miteinander verbinden.