Vom Bergland bis zum Mittelmeer – was das Maestrat auf den Teller bringt
Eine Landschaft kann man betrachten.
Man kann ihre Berge durchwandern, durch ihre Dörfer gehen, alte Trockensteinmauern entdecken und den Geschichten der Menschen zuhören, die hier leben.
Aber irgendwann kommt der Moment, an dem man sich an einen Tisch setzt.
Und vielleicht beginnt man gerade dann, eine Landschaft noch einmal ganz anders zu verstehen.
Denn die Küche des Maestrat ist kein Zufall.
Sie erzählt von kalten Wintern im Bergland und trockenen Sommern, von Viehzucht und Landwirtschaft, von Olivenhainen, Mandelbäumen und Wäldern. Von der Notwendigkeit, Lebensmittel haltbar zu machen. Von Festtagen und Wallfahrten. Von den fruchtbaren Ebenen in Richtung Mittelmeer – und schließlich vom Meer selbst.
In den vergangenen neun Teilen unserer Reihe „Entdecke das Maestrat“ haben wir diese Landschaft aus ganz unterschiedlichen Perspektiven kennengelernt: ihre Dörfer und Berge, jahrtausendealte Olivenbäume, Käse und Trüffel, Wanderwege, Trockensteinlandschaften, Feste und gelebte Traditionen.
Zum Abschluss unserer Reise fehlt eigentlich nur noch eines:
Wir müssen uns an den Tisch setzen.
Denn nach neun Kapiteln bleibt noch eine Frage:
Wie schmeckt diese Landschaft eigentlich?
Inhalt
- Eine Küche ohne scharfe Grenzen
- Wenn es draußen kalt wird: Olla und Olleta
- Sopa de ajo – wenige Zutaten, viel Geschmack
- Ternasco – wenn die Küche den Hirten folgt
- Die Matanza und die Kunst des Konservierens
- Frito – wenn Olivenöl zum Vorratsschrank wurde
- Olivenöl – der rote Faden durch die Küche
- Brot, Tomate, Salz und Olivenöl
- Die Zutaten, die eine Landschaft erklären
- Reis – zwischen Bergland, Huerta und Meer
- Feste, die man schmecken kann
- Vom trockenen Land zu Zitrushainen und Artischocken
- Und dann kommt das Mittelmeer
- Esmorzar – wenn das zweite Frühstück zur Institution wird
- Und zum Schluss: ein Cremaet
- Deli Maestrat – wenn aus Landschaft Produkte werden
- Der Geschmack einer Landschaft
Häufige Fragen zur Gastronomie des Maestrat
Eine Küche ohne scharfe Grenzen
Wer versucht, die traditionelle Küche des Maestrat exakt nach den heutigen Verwaltungsgrenzen zu ordnen, wird schnell feststellen, dass das kaum möglich ist.
Zwischen dem Maestrat, Els Ports, dem turolensischen Maestrazgo und den angrenzenden Gebieten wurden über Jahrhunderte nicht nur Wege, Märkte und Weidegebiete geteilt.
Auch Rezepte wanderten.
Auf beiden Seiten der heutigen Grenzen finden wir Lamm und Schweinefleisch, Eintöpfe, Käse, Trüffel, Pilze, Mandeln, Honig und eine erstaunliche Vielfalt an Gebäck.
Manchmal verändert sich lediglich der Name. Manchmal eine Zutat. Und manchmal behauptet vermutlich jedes Dorf, dass die eigene Version selbstverständlich die richtige sei.
Das gehört dazu.
Der Ternasco ist ein gutes Beispiel. Er ist besonders eng mit Aragón verbunden, doch Lamm gehört ebenso selbstverständlich zur traditionellen Küche vieler Orte dieser Bergregion.
Die politische Grenze lässt sich auf einer Karte einzeichnen. Auf dem Teller ist sie oft wesentlich schwieriger zu finden.
Diese Landschaft ohne scharfe kulturelle Grenzen haben wir bereits in den vorherigen Teilen unserer Serie immer wieder kennengelernt – von den Bergwelten des Maestrat bis zu den alten Wegen zwischen seinen Dörfern.
Wenn es draußen kalt wird: Olla und Olleta
Beginnen wir dort, wo das Maestrat am kräftigsten schmeckt: im Landesinneren.
Wenn der Winter in die Berge kommt, braucht es keine komplizierte Küche.
Es braucht einen Topf.
Die Olla oder Olleta gehört zu jenen Gerichten, für die es vermutlich fast so viele Varianten wie Familien gibt.
Hülsenfrüchte, Kartoffeln, Gemüse und je nach Ort und Haushalt verschiedene Fleisch- und Wurstwaren werden langsam gekocht.
Weiter oben in Els Ports begegnen uns kräftige Varianten der traditionellen Olla, die besonders an kalten Tagen zeigen, warum solche Gerichte über Generationen erhalten geblieben sind.
Es ist eine Küche, die wärmt und sättigt.
Eine Küche, die aus dem entstand, was vorhanden war.
Und genau deshalb erzählt sie so viel über das Leben im Landesinneren.
Sopa de ajo – wenige Zutaten, viel Geschmack
Noch einfacher ist eines jener Gerichte, die man im Maestrazgo besonders an kalten Tagen zu schätzen weiß:
Sopa de ajo.
Altbackenes Brot, Knoblauch, Paprika, Wasser oder Brühe und Ei können ausreichen, um eine erstaunlich gute Suppe zuzubereiten.
Heute würden wir vielleicht von Resteküche sprechen.
Früher war es schlicht selbstverständlich.
Brot wurde nicht weggeworfen. Wenige Zutaten mussten reichen. Und an einem kalten Wintertag in den Bergen sollte das Essen vor allem eines:
warm machen.
Vielleicht sind gerade solche Gerichte der beste Beweis dafür, dass gute Küche nicht unbedingt mit Luxus beginnt.
Ternasco – wenn die Küche den Hirten folgt
Schafe und Ziegen gehören seit Jahrhunderten zur Landschaft des Maestrat und Maestrazgo.
Und damit gehört auch Lamm zur traditionellen Küche.
Der Ternasco, besonders eng mit Aragón verbunden, wird häufig im Ofen gebraten, gerne mit Kartoffeln und aromatischen Kräutern wie Rosmarin oder Thymian.
Ein einfaches Gericht – wenn das Fleisch gut ist, braucht es schließlich nicht viel.
Die jahrhundertealte Viehwirtschaft hinterließ jedoch weit mehr als Fleisch.
Aus Schaf- und Ziegenmilch entstanden Käse und Requesón, und bis heute finden wir in dieser Bergregion eine bemerkenswerte Käsekultur.
Über den Tronchón, die Käse aus Catí und die kleinen Käsereien des Maestrat haben wir deshalb bereits in einem eigenen Kapitel unserer Reise gesprochen.
Die Matanza – und die Kunst, für später vorzusorgen
Auch das Schwein spielte in der traditionellen Versorgung der Familien eine zentrale Rolle.
Die Matanza war nicht einfach die Herstellung von Wurst.
Sie bedeutete, Lebensmittel für die kommenden Monate vorzubereiten.
Longanizas, Würste und verschiedene Fleischstücke wurden verarbeitet, getrocknet oder konserviert.
Und hier begegnen wir einer Zubereitung, die diese alte Vorratsküche besonders gut erklärt.
Frito – wenn Olivenöl zum Vorratsschrank wurde
Für den traditionellen Frito werden vor allem Schweinerippchen und mageres Schweinefleisch verwendet. In manchen Familien wird er auch mit Kaninchen zubereitet.
Das Fleisch wurde gesalzen, anschließend gebraten und unter Olivenöl aufbewahrt.
So konnte es über längere Zeit konserviert werden.
Später wurde herausgenommen, was man benötigte, erneut erhitzt oder gebraten – und gegessen.
Was heute wie eine regionale Spezialität wirkt, war ursprünglich eine ausgesprochen praktische Lösung.
Olivenöl gab dem Essen nicht nur Geschmack. Es half auch dabei, es haltbar zu machen.
Und damit kommen wir zu einer der wichtigsten Zutaten dieser gesamten Küche.
Olivenöl – der rote Faden durch die Küche
Man könnte wahrscheinlich über die traditionelle Küche des Maestrat schreiben, ohne Trüffel zu erwähnen.
Ohne Olivenöl wäre es wesentlich schwieriger.
Es wird gebraten, konserviert, gewürzt und gebacken. Es begleitet Gemüse, Hülsenfrüchte, Fleisch und Brot.
Und hinter diesem alltäglichen Produkt steht eine außergewöhnliche Landschaft.
Im Maestrat wachsen einige der ältesten Olivenbäume des Mittelmeerraumes. Eine der charakteristischsten traditionellen Sorten ist die Farga.
Diesen Bäumen und ihrer Geschichte haben wir den zweiten Teil unserer Serie gewidmet.
→ Weiterlesen: Teil 2 – Die jahrtausendealten Olivenbäume und die Farga
Wer diesen Geschmack selbst kennenlernen möchte, findet bei Delitapas auch unser Farga-Olivenöl aus dem Maestrat.
→ Produktlink: AOVE Farga Deli Maestrat
Brot, Tomate, Salz und Olivenöl – mehr braucht es manchmal nicht
Vielleicht braucht man gar kein aufwendiges Gericht, um zu verstehen, welche Rolle gutes Olivenöl in dieser Küche spielt.
Eine Scheibe gutes Brot.
Eine reife Tomate.
Etwas Salz.
Und Olivenöl.
Mehr braucht es eigentlich nicht.
Brot mit Tomate, Salz und gutem Olivenöl gehört zu diesen einfachen Dingen, die gerade deshalb so gut sind, weil sich keine der Zutaten verstecken kann.
Und aus dieser scheinbar kleinen Mahlzeit wird sehr schnell ein gedeckter Tisch.
Ein Stück Käse dazu. Ein paar Scheiben Jamón oder Cecina. Longaniza oder andere regionale Wurstwaren. Vielleicht einige Oliven und Mandeln.
Und wahrscheinlich steht wenige Minuten später doch noch jemand auf, um etwas aus der Küche zu holen.
Denn Brot mit Tomate und Olivenöl ist nicht nur eine Beilage. Es ist eine dieser einfachen Grundlagen der mediterranen Esskultur, die sich mit fast allem kombinieren lassen.
Mit Käse.
Mit Jamón.
Mit Cecina.
Mit Embutidos.
Oder einfach nur mit einem wirklich guten Olivenöl.
Gerade darin liegt vielleicht eines der Geheimnisse dieser Küche:
Gute Zutaten müssen nicht kompliziert sein. Und sie müssen vor allem nicht versteckt werden.
Wenn Brot, Tomate und Olivenöl gut sind, dürfen sie einfach nach Brot, Tomate und Olivenöl schmecken.
Die Zutaten, die eine Landschaft erklären
Und damit sind wir eigentlich schon mitten in der Speisekammer des Maestrat.
Denn neben Olivenöl gibt es einige Zutaten, die diese Landschaft beinahe besser erklären können als eine Landkarte.
Mandeln
Mandelbäume gehören zum trockenen mediterranen Kulturland.
Im Frühjahr überziehen ihre Blüten Teile der Landschaft mit Weiß und Rosa. Monate später werden aus ihnen Mandeln – Grundlage vieler traditioneller Süßigkeiten, aber auch etwas, das ganz selbstverständlich auf dem Tisch steht.
Die Mandelbäume gehören dabei zu jener Kulturlandschaft, die über Generationen mit Terrassen und Trockensteinmauern geformt wurde.
→ Weiterlesen: Teil 8 – Stein für Stein: die Landschaft der Trockenmauern
→ Produktlink: Mandeln bei Delitapas
Honig
Rosmarin, Thymian und andere mediterrane Pflanzen prägen den Honig der Region.
Zusammen mit frischem Käse oder Requesón zeigt sich erneut, wie wenige Zutaten manchmal für etwas richtig Gutes genügen.
→ Produktlink: Honig bei Delitapas
Käse
Schaf und Ziege führen uns zurück zur Viehzucht.
Catí, Benassal, Tronchón und andere Orte bewahren eine Käsetradition, die wir bereits ausführlich kennengelernt haben.
Frischer Käse, gereifte Sorten und Requesón gehören ebenso zur Küche dieser Bergregion wie Fleisch und Eintöpfe.
→ Weiterlesen: Teil 4 – Käse aus dem Maestrat
→ Produktlink: Käse bei Delitapas
Trüffel
Unter der Erde wartet dagegen einer der wertvollsten Schätze des Berglandes.
Die schwarze Wintertrüffel, Tuber melanosporum, findet in den kalkhaltigen Böden und im mediterranen Bergklima hervorragende Bedingungen.
Doch Trüffel muss nicht kompliziert sein.
Ei, Kartoffel, Pasta oder Reis können vollkommen ausreichen.
Denn bei einer guten Trüffel geht es nicht darum, möglichst viele Zutaten hinzuzufügen.
Es geht darum, ihr Platz zu lassen.
Wie die Trüffel gesucht wird, welche Rolle die Hunde dabei spielen und warum diese Region so eng mit ihr verbunden ist, haben wir bereits ausführlich erzählt.
→ Weiterlesen: Teil 5 – Trüffel aus dem Maestrat
→ Produktlink: Trüffel und Trüffelprodukte bei Delitapas
Reis – zwischen Bergland, Huerta und Meer
Und dann wäre da natürlich der Reis.
Wer aus Deutschland kommt, verbindet spanischen Reis fast automatisch mit Paella.
Aber auch hier lohnt es sich, genauer hinzusehen.
In Castellón begegnen sich beim Reis häufig verschiedene Landschaften.
Fleisch wie Huhn, Schweinerippchen oder Kaninchen kann sich mit Gemüse verbinden. Je nach Variante kommen Schnecken oder Artischocken hinzu.
Und näher an der Küste erscheinen Sepia und andere Meeresprodukte.
Eine besonders schöne Kombination ist Reis mit Sepia und Artischocke.
Meer und Huerta liegen plötzlich gemeinsam in der Pfanne.
Doch Reis kann noch etwas anderes sein.
Arròs amb fesols – wenn ein Kessel zu einer Wallfahrt gehört
Bei der traditionellen Wallfahrt von Catí nach Sant Pere de Castellfort gehört auch das gemeinsame Essen zur Erfahrung.
Traditionell werden große Kessel mit arròs amb fesols zubereitet.
Und damit bekommt ein einfaches Reisgericht eine vollkommen andere Bedeutung.
Man hat gemeinsam Kilometer zurückgelegt.
Man macht gemeinsam Pause.
Und man isst gemeinsam aus einer Tradition heraus, die viel älter ist als der moderne Wandertourismus.
Im Teil 9 unserer Serie haben wir geschrieben:
„Dann wird aus dem Wanderweg wieder ein Pilgerweg.“
Vielleicht könnte man hier hinzufügen:
Und manchmal gehört zu diesem Pilgerweg auch ein dampfender Kessel Reis.
→ Weiterlesen: Teil 9 – Feste und Traditionen: wenn ein Dorf zusammenkommt
Feste, die man schmecken kann
Überhaupt besitzt fast jede Jahreszeit ihre eigenen Backwaren und Süßigkeiten.
Sant Antoni hat seine Cocas und Coquetes.
Zu Sant Marc gehört die Fogassa de Sant Marc.
Sant Joan bringt wiederum seine eigene Coca mit.
Daneben gibt es Coca de tomate, Coca de cebolla, Pastissets, Almendrados, Suspiros und zahlreiche weitere lokale Varianten.
In Morella sind die Flaons bekannt, in Càlig die Farinosa.
Und häufig sind es gerade diese Dinge, die Erinnerungen auslösen.
Nicht das große Festmenü.
Sondern das Gebäck, das immer auf dem Tisch stand.
Im Maestrat werden Feste nicht nur gefeiert. Manche kann man auch schmecken.
Viele dieser Traditionen und die Dörfer, in denen sie bis heute weiterleben, haben uns bereits durch zwei Kapitel dieser Serie begleitet.
→ Weiterlesen: Teil 6 – Dörfer, die Geschichten erzählen
→ Weiterlesen: Teil 9 – Feste und Traditionen
Vom trockenen Land zu Zitrushainen und Artischocken
Je näher wir dem Mittelmeer kommen, desto mehr verändert sich die Landschaft.
Und mit ihr die Küche.
Oliven- und Mandelbäume des trockeneren Landesinneren machen zunehmend auch bewässerten Feldern, Gemüseanbau und Zitrushainen Platz.
Orangen und Mandarinen gehören seit Generationen zum landwirtschaftlichen Bild der Küstenebene.
Besonders die Clemenules sind eng mit Castellón verbunden.
Wenn im Winter die Bäume voller Früchte hängen, bekommt die Landschaft plötzlich eine andere Farbe – und einen anderen Duft.
Und dann ist da die Artischocke von Benicarló.
Was sie für die Stadt bedeutet, haben wir bereits im vorherigen Kapitel bei der Festa de la Carxofa gesehen.
Hier interessiert uns ihr Platz auf dem Teller.
Gebraten, gegrillt, im Reis, im Ofen oder kombiniert mit anderen regionalen Produkten gehört sie zu jenen Zutaten, bei denen man nicht viel verändern muss.
Eine gute Artischocke darf einfach nach Artischocke schmecken.
Auch hier wiederholt sich dasselbe Prinzip:
Je besser das Produkt, desto weniger muss man ihm erklären.
Und dann kommt das Mittelmeer
Nur wenige Kilometer weiter endet das Land.
Und die Speisekammer verändert sich erneut.
Fisch und Meeresfrüchte übernehmen nun die Hauptrolle.
Ein Suquet de peix, ursprünglich eine einfache Fischerküche, erzählt von einer vollkommen anderen Lebenswelt als die Olla der Bergdörfer.
Und in Vinaròs finden wir eines der bekanntesten gastronomischen Produkte des Baix Maestrat:
den Langostino de Vinaròs.
So liegen zwischen einer kräftigen Bergsuppe, Ternasco, Trüffeln, Artischockenfeldern, Zitrushainen und frischen Meeresfrüchten manchmal erstaunlich wenige Kilometer.
Das ist vielleicht eine der größten Besonderheiten dieser Küche.
Man fährt vom Bergland hinunter zum Mittelmeer.
Und mit jedem Kilometer verändert sich auch der Teller.
Esmorzar – wenn das zweite Frühstück zur Institution wird
Bevor wir unsere gastronomische Reise beenden, müssen wir noch über eine Mahlzeit sprechen, für die es eigentlich keine richtige Übersetzung ins Deutsche gibt.
Den Esmorzar.
Oder, liebevoll gesagt: Esmorzaret.
Wer darunter ein kleines zweites Frühstück versteht, sollte besser mit Hunger kommen.
Ein ordentliches Bocadillo kann dazugehören, ebenso Tortilla, Longaniza oder anderes Fleisch, Käse und Wurstwaren. Dazu Oliven, cacaus und natürlich Brot – manchmal ganz einfach mit Tomate, Salz und Olivenöl.
Wer einige unserer Wander- oder MTB-Routen ausprobiert hat, wird vermutlich auch verstehen, warum ein solches zweites Frühstück hier keineswegs übertrieben wirken muss.
→ Weiterlesen: Teil 7 – Wandern und Outdoor im Maestrat
Aber der wichtigste Bestandteil eines guten Esmorzar steht auf keiner Speisekarte.
Zeit.
Man sitzt zusammen.
Landwirte, Handwerker, Arbeiter, Radfahrer, Freunde.
Man isst, redet und unterbricht für eine Weile den Tag.
Deshalb ist der Esmorzar weniger ein bestimmtes Gericht als eine soziale Institution.
Und irgendwann kommt der Kaffee.
Und zum Schluss: ein Cremaet
Wer es traditionell mag, beendet seinen Esmorzar gerne mit einem Cremaet.
Kaffee, Spirituose und Zucker bilden die Grundlage; häufig kommen Zitrusschale und Gewürze hinzu. Je nach Ort und persönlicher Tradition wird die Mischung etwas anders zubereitet.
Und genau das gehört dazu.
Ein Cremaet ist schließlich nicht nur Kaffee.
Er ist fast ein kleines Ritual.
Auch bei Deli Maestrat haben wir diese Genusskultur aufgegriffen – mit unserem Cremadet beziehungsweise Kaffeelikör, der an diese valencianische Tradition erinnert.
→ Produktlink: Cremadet / Licor de Café Deli Maestrat
Und damit wären wir wieder bei einer Erkenntnis, die für die gesamte Küche des Maestrat gilt:
Es geht nicht nur darum, was auf dem Tisch steht.
Es geht auch darum, mit wem man am Tisch sitzt.
Deli Maestrat – wenn aus Landschaft Produkte werden
Nach zehn Kapiteln dieser Serie dürfte inzwischen verständlich sein, warum unsere Marke Deli Maestrat heißt.
Die Idee dahinter ist nicht, irgendeine beliebige Sammlung von Gourmetprodukten anzubieten.
Wir möchten Produkte entdecken, auswählen und entwickeln, die etwas von ihrer Herkunft erzählen.
Ein Olivenöl aus einer Landschaft alter Farga-Olivenbäume.
Trüffel aus dem Bergland.
Mandeln und Honig aus der mediterranen Landschaft.
Käse, der von Viehzucht und handwerklichem Wissen erzählt.
Produkte rund um die Artischocke.
Und ein Kaffeelikör, der an die Kultur des Cremaet und des valencianischen Esmorzar erinnert.
Nicht alles davon trägt unsere eigene Marke.
Und das muss es auch nicht.
Denn zu dieser Landschaft gehören ebenso die kleinen Produzenten, Familienbetriebe und Handwerker, mit denen wir zusammenarbeiten und deren Produkte wir bei Delitapas.com anbieten.
Delitapas.com gehört außerdem zu Castelló Ruta de Sabor, einer Initiative, die regionale Produkte, Produzenten und gastronomische Betriebe miteinander verbindet und die kulinarische Identität der Provinz Castellón sichtbar macht.
→ Link: Castelló Ruta de Sabor / Delitapas
Für uns ist diese Verbindung zum Territorium kein Zusatz.
Sie ist der Ausgangspunkt.
Der Geschmack einer Landschaft
Damit endet unsere Reise durch das Maestrat dort, wo viele gute Reisen enden:
an einem Tisch.
In den vergangenen zehn Kapiteln sind wir durch Berglandschaften und Dörfer gegangen.
Wir haben jahrtausendealte Olivenbäume kennengelernt, sind alten Wegen gefolgt und haben Trockensteinmauern entdeckt.
Wir haben über Käse und Trüffel gesprochen, über Wallfahrten, Feuer, Dorffeste und Menschen, die ihre Traditionen weitertragen.
Und jetzt steht all das plötzlich vor uns auf dem Tisch.
Das Olivenöl erzählt von den Bäumen.
Der Käse von den Herden.
Die Trüffel vom Boden und vom Wald.
Die Olla vom Winter.
Die Sopa de ajo von einer Küche, in der nichts verschwendet wurde.
Der Frito von einer Zeit, in der man Lebensmittel auch ohne Kühlschrank für später bewahren musste.
Brot, Tomate, Salz und Olivenöl zeigen, wie wenig es braucht, wenn die Zutaten gut sind.
Die Coca erzählt vom Festtag.
Der Reis von den Menschen, die gemeinsam essen.
Mandeln und Honig vom mediterranen Trockenland.
Artischocken und Zitrusfrüchte von der Ebene auf dem Weg zum Mittelmeer.
Der Langostino vom Meer.
Und der Esmorzar vielleicht von etwas, das in unserer hektischen Welt besonders wertvoll geworden ist:
sich Zeit füreinander zu nehmen.
Vielleicht versteht man eine Landschaft deshalb erst dann wirklich, wenn man nicht nur durch sie hindurchfährt.
Wenn man ihre Wege geht.
Ihre Dörfer kennenlernt.
Mit ihren Menschen spricht.
Und irgendwann auch das probiert, was diese Landschaft hervorbringt.
Eine Landschaft kann man sehen.
Man kann sie durchwandern.
Man kann ihre Geschichte kennenlernen.
Aber manchmal kann man sie auch schmecken.
Damit endet unsere zehnteilige Reise „Entdecke das Maestrat“.
Zumindest vorerst.
Denn je besser man diese Landschaft kennenlernt, desto deutlicher wird:
Es gibt noch viele Geschichten zu erzählen.
DELI MAESTRAT
El sabor de una tierra auténtica.
Die ganze Serie „Entdecke das Maestrat“
Mit diesem zehnten Teil endet unsere erste Reise durch das Maestrat. Wer später eingestiegen ist oder ein Kapitel verpasst hat, kann hier noch einmal von vorne beginnen:
- Teil 1 – Entdecke das Maestrat: Viel mehr als nur ein Reiseziel
- Teil 2 – Jahrtausendealte Olivenbäume und die Farga
- Teil 3 – Les Moles, der Turmell und die Bergwelt des Maestrat
- Teil 4 – Käse aus dem Maestrat
- Teil 5 – Trüffel aus dem Maestrat
- Teil 6 – Dörfer, die Geschichten erzählen
- Teil 7 – Wandern und Outdoor im Maestrat
- Teil 8 – Stein für Stein: die Landschaft der Trockenmauern
- Teil 9 – Feste und Traditionen: wenn ein Dorf zusammenkommt
Teil 10 – Der Geschmack einer Landschaft
Häufige Fragen zur Gastronomie des Maestrat
Was ist typisch für die Küche des Maestrat?
Die Küche des Maestrat verbindet Bergland, mediterranes Trockenland, fruchtbare Küstenebenen und das Mittelmeer. Typisch sind unter anderem Olla und Olleta, Lammgerichte, Frito, Reisgerichte, Käse, Trüffel, Olivenöl, Mandeln, Honig, Artischocken und Zitrusfrüchte sowie Fisch und Meeresfrüchte an der Küste.
Welche Produkte sind besonders typisch für das Maestrat?
Zu den charakteristischen Produkten gehören Olivenöl – insbesondere aus der traditionellen Farga-Olive –, Mandeln, Honig, Käse aus Schaf- und Ziegenmilch sowie schwarze Trüffel. Richtung Küste kommen Zitrusfrüchte, die Artischocke von Benicarló sowie Fisch und Meeresfrüchte hinzu.
Was ist Frito?
Frito ist eine traditionelle Form der Fleischzubereitung und Konservierung. Schweinerippchen und mageres Schweinefleisch – je nach Familientradition auch Kaninchen – werden gesalzen, gebraten und anschließend in Olivenöl aufbewahrt. Die Methode stammt aus einer Zeit, in der Lebensmittel ohne moderne Kühlung für längere Zeit haltbar gemacht werden mussten.
Was ist eine Olleta?
Die Olleta ist ein traditionelles Eintopfgericht, das je nach Ort und Familie unterschiedlich zubereitet wird. Typisch sind Hülsenfrüchte, Gemüse und Kartoffeln, häufig ergänzt durch Fleisch oder Wurstwaren. Besonders im Winter gehören solche kräftigen Gerichte zur traditionellen Küche des Landesinneren.
Was ist ein valencianischer Esmorzar?
Der Esmorzar oder Esmorzaret ist weit mehr als ein zweites Frühstück. Typisch sind ein kräftiges Bocadillo oder andere herzhafte Speisen, dazu Oliven oder cacaus, ein Getränk und Kaffee.
Vor allem aber ist der Esmorzar eine soziale Tradition:
Man nimmt sich Zeit, sitzt zusammen und unterbricht für eine Weile den Alltag.
Was ist ein Cremaet?
Der Cremaet ist eine valencianische Kaffeespezialität aus Kaffee, Spirituose und Zucker, häufig ergänzt durch Zitrusschale und Gewürze. Die genaue Zubereitung variiert regional und von Bar zu Bar. Besonders nach einem ausgiebigen Esmorzar gehört er für viele einfach dazu.
Welche Rolle spielt Olivenöl in der Küche des Maestrat?
Olivenöl ist eine der Grundlagen der regionalen Küche. Es dient zum Braten, Würzen, Backen und traditionell auch zum Konservieren.
Besonders charakteristisch für das Gebiet ist die alte Olivensorte Farga, die eng mit der Landschaft jahrhundertealter und teilweise monumentaler Olivenbäume verbunden ist.
Was kann man ganz einfach mit gutem Olivenöl essen?
Manchmal genügt gutes Brot mit reifer Tomate, Salz und Olivenöl. Dazu passen Käse, Jamón, Cecina, Longaniza und andere Wurstwaren ebenso wie Oliven oder Mandeln.
Es ist eines der einfachsten Beispiele dafür, wie wichtig die Qualität der einzelnen Zutaten in der mediterranen Küche ist.
Welche gastronomischen Spezialitäten gibt es an der Küste des Maestrat?
Richtung Mittelmeer verändert sich die Küche deutlich. Zu den bekanntesten Produkten gehören die Artischocke von Benicarló und der Langostino de Vinaròs. Hinzu kommen Fischgerichte, Meeresfrüchte und traditionelle Zubereitungen wie Suquet de peix.
Wo kann man Produkte aus dem Maestrat kaufen?
Eine Auswahl regionaler Spezialitäten – darunter Olivenöl, Käse, Trüffelprodukte, Mandeln, Honig und weitere Produkte aus Castellón und dem Maestrat – findet man bei Delitapas.com.
Delitapas gehört außerdem zu Castelló Ruta de Sabor und unterstützt damit die Verbindung zwischen regionalen Produkten, Produzenten und der gastronomischen Identität Castellóns.
